Erfahrungsbericht: WeFair Messe 2021

Meine Eindrücke als Neuling auf der WeFair 2021 im Design Center Linz.

Aus diversen Gründen folge ich wieder den facebook und Instagram Stories der FHWN Wieselburg. Diese Fachhochschule befasst sich eigentlich seit ihrer Gründung 1999 mit dem Thema Nachhaltigkeit. Anscheinend hat sich nicht nur dort in den letzten verschlafenen zehn Jahren viel bewegt. Jedenfalls wurde ich durch deren Stories auf die WeFair-Messe 2021 in Linz aufmerksam und beschloss mich gleich am Samstag mal dort umzusehen.

Da ich wie so oft spät dran bin bzw. war, nutzte ich (vorerst) nicht das neue Klimaticket in die Stadt, sondern meine „Fahrgemeinschaft“. Da wir erst gegen 11 Uhr vormittags dort ankamen, war es auch schon an der Zeit sich über das Mittagessen Gedanken zu machen. Da mich die Doku „Cowspiracy“ anregte über eine vegane Ernährung nachzudenken und ich dieses für mich unbekannte Terrain in einem Wiener Restaurant für essbar bzw. köstlich befinden konnte, hielt ich Ausschau nach veganen Gerichten in Linz.

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Ganz nebenbei grüße ich meinen Bruder auf der elterlichen Milchkuh-Landwirtschaft im Waldviertel. Ich bin sicher, er ist im Moment sehr stolz auf mich. 😉

Vegane Küchenträume

Mein Fund bestätigte, dass die Mühlviertler die wahren Seelenverwandten der Waldviertler sind. Gleich zwei Gerichte konnten mein Herz bzw. meinen (Rest-)Magen im Sturm erobern. Zum einen der Mr. Green Vegan Burger von Hanselmann Burger – mit Zutaten wie: hausgemachtes Quinoa-Reis-Patty, BIO-Gemüse, Chinakohl, BIO-Lein- & Chia-Samen, Bio-Sojabohnensprossen und Bio-Leinöl, sowie eigenes Brokkoli-Petersilien-Pesto mit Knoblauch; UND die Erdäpfelknödel mit veganer Bratlfettn und Sauerkraut von der „Kochmarie“. Wer sich fragt, warum man als angehende Veganer*in sowas isst…vielleicht liegt es daran, dass ich Schweinsbraten auch lieber mag, aber glaube, dass er weder meinem Körper, noch der Massentierhaltung bzw. Tötung von Tieren oder der Umwelt gut tut.

Rettet das Brot

Danach entdeckte ich die genialste Möhspeis“ meiner süßen, Ressourcen schonenden Träume: „altes“ Brot! Denn allein Wien entsorgt täglich so viel Brot, wie Graz konsumiert. Das sind 70.000 kg Brot täglich – eine Verschwendung. Ich mag dieses Produkt deshalb so gerne, weil es mich an eine bäuerliche Tradition erinnert. Meine Mutter sagte mir, man zeichnet auf jedes Brot ein Kreuzzeichen, bevor man es anschneidet. Damit zeigt man seine Dankbarkeit darüber, dass man Brot zu essen hat. Altbackenes Brot durfte niemals weggeworfen werden, sondern wurde an Tiere – z.B. Hühner verfüttert oder im schlimmsten Fall verbrannt. Nagut, mit dem Verbrennen kann man es übertreiben, aber den Grundgedanken finde ich äußerst nachhaltig.

Auch die Firma BRüSLi hat sich der Brot Rettung verschrieben. Sie holt Brot, welches unter Tags nicht verkauft werden konnte ab, röstet alles und verfeinert es mit hochwertigen, natürlichen Zutaten wie Nüssen, Früchten und Gewürzen.

Erste Eindrücke / Orientierung

Nach der Leibspeis, galt es sich zu orientieren. Ich konnte mich prompt mit – abseits der Info eines jeden Messestandes – einem kleinen Auszug an allgemeinen Erst-Infos versorgen, um mich für meinen nächsten Blogartikel fachgerecht zu informieren:

Könnte ein wenig viel werden…es gibt doch zu eigentlich allem eine App, oder? Tja, die gibt es tatsächlich! Die App heißt „Gutes Finden“. Eine freundliche Dame vom Klimabündnis stellt mir also diese App vor. In dieser App können sich nachhaltig wirtschaftende Betriebe völlig kostenlos registrieren und ihre klimafreundlichen Produkte anbieten. Kund*innen können ebenfalls völlig kostenlos diese Betriebe nach Kategorien wie saisonal/regional, vegan, repariert, upgecycelt, bio, fair, Kosmetik ohne Tierversuche, vegetarisch, geteilt, getauscht und plastikfreie Verpackung…filtern und so entdecken, was die eigene Region da alles zu bieten hat. Überzeuge dich einfach selber in folgendem Video:

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Für alle die jetzt sonst noch neugierig geworden sind – diese Angebote gibt es leider ausschließlich im Bundesland Oberösterreich. Wie schade!

Lieblingsmode

Naja jetzt wo ich endlich was zu essen habe, gilt es zu klären, was ich nun in Zukunft anziehen soll. Wenn ich mich so hier umsehe, scheint man mit T-Shirts, Pullovern und Jeans ganz gut im Trend zu sein. Doch ich wollte sehen was es sonst noch gibt. Nach der dritten Runde durch die Auswahl der Messehalle, entdeckte ich schließlich mein neues Lieblings-4-in-1-„Kleid“, welches selbst bei mir keine Ansprüche an ein Kleidungsstück offen lässt. Dieses multifunktionale Kleid heißt Lasalina und bietet Kleid, Pulli, Schal, Haube und alles in zwei Farben in nur einem Kleid. Ich mag es so gerne, dass es momentan auf jeder Seite aller meiner Kommunikationskanäle zu sehen ist.

Das haben sich auch vor mir schon ein paar Menschen gedacht. Zumindest wurde das LASALINA 4inONE Pullover-Kleid im Jahre 2013 für den Design FASHION AWARD prämiert bzgl. Innovation und Nachhaltigkeit.

Weitere Eindrücke

Um weitere Eindrücke zu gewinnen, lauschte ich einigen Vorträgen, befragte tlw. Modedesigner*innen, schockierte diverse NGOs mit meiner Unwissenheit und schaute auch bei weiteren Akteur*innen vorbei, z.B. Fridays for Future. Da ich dieser Gruppe noch nie so richtig zugehört hatte, wusste ich gar nicht so GENAU was sie nun wollen, das ich tun soll. Ich glaube das beruhte mit Fragezeichen in unser aller Augen auf Gegenseitigkeit.

Zumindest hab ich erfahren, sie wollen gar nicht, dass ich, sondern hauptsächlich die Politik was tut…die muss wiederum (meistens) gewählt werden…die Zielgruppe dieser Veranstaltung scheint jung, innovativ und urban zu sein…wenn ich mich an die Kurve der Bevölkerungsentwicklung inkl. Babyboomer erinnere, finden sich die Wähler*innen aber nicht in der Gruppe der „Jungen“, während die Wirtschaft (inkl. aller Kraftwerke, Transportmittel etc.) produziert, was aufgrund der Nachfrage der Mehrheit wirtschaftlich ist/bleibt…ob sie nach meinen verschlafenen zehn Jahren die Umweltkosten schon mitkalkulieren, weiß ich nicht…

…unter den Modedesigner*innen an sich habe ich beobachtet, dass jeder der diese Kunst lernt, gern ein eigenes Label gründet/sich selbständig macht, kundennah auf individuelle Wünsche/Anfragen eingeht (USP) und fast ausschließlich im jeweils eigenständig finanzierten und betriebenen Online-Shop (nicht in einem Geschäft vor Ort) verkauft. Inwieweit sie einzeln dafür von der Politik gefördert werden weiß ich auch nicht. UND hätte ich diese Messe nicht besucht, wäre ich jetzt weniger verwirrt, da ich es über das Wochenende leider nicht geschafft habe, meine allgemeinen Erst-Infos zu lesen…

Empfehlungen

Zum Glück gibt es da ein paar Menschen und Organisationen die sich schon lange damit beschäftigen und die ich abschließend als Fazit zu dieser Messe empfehlen möchte:

  1. Inspektorin Grün: Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Journalist*innen die sich für Nachhaltigkeit einsetzen und Green-Washing aufdecken. Ich habe sie gefragt, ob sie die Partnerprogramme von nachhaltigen Großhandelsmarken kennen, bei denen – soweit mir bekannt – die Etiketten ausgetauscht werden können und was sie davon halten.
  2. SÜDWIND – PETITION: MENSCHENRECHTE BRAUCHEN GESETZE, damit Lieferketten nicht verletzen!

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