Upcycle my Fuckup!

Was haben Upcycling, ikonity, Unicorns, Zebras, Fuckups und die Juristerei gemeinsam?
ikonity und Leiberlwerkstatt

Fuckup – richtig. Sie gehören allesamt – völlig logisch – zu den Inhalten meines nächsten/aktuellen Blogbeitrages.

Wie in meinem Blogbeitrag „Anleitung wie du dein Start-up gegen die Wand fährst“ angekündigt, stattete ich am 04. November Matthias von ikonity einen Besuch ab. Dabei übergab ich ihm den Restbestand meiner Produkte von www.leiberlwerkstatt.at zur Wiederverwertung/zum „Upcycling“. Näheres dazu findet ihr auch auf der „second chance site“ von ikonity. Da mein ehemaliges Geschäftsmodell auch kein eigenes Lager erforderte, war das auch gar nicht so aufwendig (für mich).

Über ikonity

Matthias gehört zu den Gründer*innen von ikonity. ikonity ist DER Online-Marktplatz für fair und nachhaltig produzierte Kleidung. Das ikonity Büro befindet sich in der FH in Wieselburg bzw. in deren Startup Center, 4 km von mir entfernt. Folglich haben wir uns auf der WeFair Messe in Linz (ca. 80 km weiter weg) kennen gelernt oder zumindest da das erste Mal so richtig gemeinsam miteinander geredet.

Auf diese Art und Weise erfuhr ich mehr über den Onlineshop ikonity und das entsprechende Angebot an brands, wie z.B. ŠVANC LUČA, Konstanze Gruber, Anne Hermine, Elisia uvm. Bei der Auswahl der brands bzw. des Sortiments achtet ikonity auf z.B. GOTS und Peta-Approved Vegan Zertifikate, die Mitgliedschaft bei der Fair Wear Foundation bzw. die Ökobilanz angebotener Produkte.

Ebenso durfte ich mich über meine neue Bekanntschaft zu Nadine Schratzberger freuen. Diese engagierte, junge Dame ist Gründerin der Marke Montreet – ebenfalls einer bei ikonity angebotenen Marke – sowie Speakerin auf der folgenden Fuckup Night.

Die Fuckup Night in Wieselburg

Somit ging es also auch schon zum Hauptabendprogramm über – die Fuckup Night. An diesem unterhaltsamen Abend wurde mir wieder bewusst, dass ich sehr lange nicht mehr hier/anwesend war oder/und ich alt werde.

Zum Einstieg lernte ich auch schon die „Maxime“ der Gründerszene kennen: das „Unicorn“, welches für die Skalierbarkeit der Geschäftsidee steht. Klingt schon mal vielversprechend. Jedoch weiß man heute, dass das Verhältnis zum „Zebra“, also der Erdung bzw. dem Fundament passen muss.

Ebenso lehrreich und bekannt wirkten auf mich die altbekannten Geschichten über berühmte, visionäre Gründer*innen in ihren Garagen. Diese Bilder erfüllen mein Hirn/geistiges, inneres Auge immer wieder mit nostalgischen Erinnerungen an den ähnlichen Ort, an dem ich meinen ersten, außerschulischen Business Plan verfasste.

Im Laufe des Abends folgten weitere „Lessons Learned“ der Speakerinnen Lisa-Maria Centeno, Nadine Schratzberger und Sandra Falkner bzgl. der Bedeutung von:

  • Teamkultur und Zusammenhalt
  • der Stärke Geschwindigkeit/Flexibilität von Gründer*innen
  • einer positiven Fehlerkultur an sich
  • Ziele im Auge zu behalten / Fokus
  • Durchhaltevermögen
  • Mentoring und Empowerment
  • Arbeitsteilung
  • Markenschutz
  • Expertise bzgl. Steuerberatung, Rechtsauskünften
  • eigenem Basiswissens

und einige neue Fachbegriffe – ähnlich „Unicorn“ und „Zebra“ – die ich nicht (mehr) kannte. Schlussendlich gab uns Hr. Bgm. Dr. Josef Leitner seinen Tipp der „Partizipation“ mit auf den Weg. Hach, endlich jemand dessen Vokabular ich noch verstehen kann…

Nein Spaß beiseite… zusammenfassend stelle ich mir aber diese Fragen:

  • Bleiben die Probleme eventuell von Generation zu Generation gleich, nur die Sprache ändert sich?
  • Lernt man am Ende vielleicht doch nur aus der eigenen Erfahrung bzw. den Fehlern, die man selbst macht? Zumindest erinnert es mich ein wenig an das Buch „Siddharta“ von Hermann Hesse aus dem Jahr 1922.
  • Wenn ich das alles doch weiß, warum kann ich es oft trotzdem nicht ändern?
  • Wie denkst du über diese Fragen?

MEIN <3 DANKESCHÖN

Jedenfalls genoss ich dieses Zelebrieren des Scheiterns, der Fehler und deren Lehren sehr. Ich freue mich über den „Spirit“, das Engagement und die angsteckende Energie/Lebensfreude dieser Community/Gemeinschaft. Danke für diese schöne Erinnerung und hoffe auf noch weitere Momente der Begegnung.

Bonusmaterial – Mein juristisches Fuck-up:

Bleibt noch die Frage offen: Was hat das jetzt mit der „Juristerei“ zu tun? Darauf kam ich eigentlich nur, weil Gründer Dejan erzählte er sei eigentlich aus der Juristerei zu den Fuckup Nights gekommen…und es vielleicht noch interessierte Leser*innen gibt, die bis heute noch die tiefenpsychologischen Gründe für meine ehemalige Liebäugelei mit dieser „dunklen Materie“ suchen … man kann sich dabei spezialisieren auf: „Legal Gender Studies, Anti-Diskriminierung und Diversity“.

Ich bin der Meinung, dass Recht und Gerechtigkeit sehr wohl miteinander zu tun haben. Ansonsten gäbe es meine Empfehlung die Petition von Südwind – Menschenrechte brauchen Gesetze, damit Lieferketten nicht verletzen – auch nicht. Zu dieser Behauptung läuft dazu auch gerade ein cooler Film („Contra“) im Kino Wieselburg, dessen Premiere ich besucht habe – siehe Foto.

So richtig praktisch / in der Praxis würd ich dann aber doch lieber den Druck machen und/oder das Drehbuch schreiben …

Karina Lasselsberger Filmpremiere Contra Wieselburg

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