Interview mit Mutti

Wo alles begann…zurück zu meinen Wurzeln bzw. Nachhaltigkeitsexpertin Mutti.
Karina Lasselsberger und Mutti

(c)Foto: Josef Höllmüller

Meine Suche nach Nachhaltigkeitsexpert*innen und damit einem nachhaltigen, gesunden, sozialen und auch ökonomischeren Lebensstil führt mich also zurück zu meinen Wurzeln. Nach dem Motto „RESET MY LIFE“ bringt mich diese Reise zurück an meinen sicheren Ort – vor den alten Holzofen in der Bauernküche meiner Mutter.

Damit du dir ein besseres Bild von diesem Ort machen kannst, stell dir das lodernde, knisternde Feuer des Holzofens und den Duft nach Rindsbraten und Apfelstrudel und/oder Vanillekipferl vor inkl. der musikalischen Umrahmung mit dem Lied „Lust und Leben“ von Herbert Pixner.

Feuer Holzofen
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Ich habe Mutti als Nachhaltigkeitsexpertin herangezogen, weil mich der Standpunkt der traditionellen Landwirtschaft als ursprüngliche Primärproduktion interessierte und Mutti noch alte Traditionen, Werte und Bräuche kennt.

Zudem erlebte ich das Prinzip „Zero Waste“ nirgends so eindrucksvoll wie Daheim. Die Handhabung von Biomüll lernte ich erst später kennen, denn der war mir nicht bekannt

Bauerküche von Mutti

STECKBRIEF von Nachhaltigkeitsexpertin Mutti

Mutti Steckbrief
Karina Lasselsberger mit Mikro

Name: Maria Höllmüller (geb. Ratschbacher)

Alter: 67 Jahre

Herkunft: Bauernhof und Sägewerk Waldviertel

Zwischenstopps: keine

Sesshaft geworden in: Heimatgemeinde

Beziehungsstatus: verheiratet

Kinder: 6 Stk. (5 Mädls, 1 Bursch), die 5. bin ich (siehe: Steckbrief)

Ausbildung und Beruf: Meisterin (Meisterprüfung) der ländlichen Hauswirtschaft, Bäuerin (a.D.) / Pensionistin

Hobbies: Enkelkinder, Kochen und Backen, Kreuzworträtsel lösen, Garten

Medienkonsum: ORF 1, ORF 2, ORF 3, Servus TV, ATV, insbesondere: „Silvia kocht“, „Universum“, „Kreuz & Quer“, „Weltjournal“,…“Neue Post“, insbesondere: Rezepte, Kreuzworträtsel und Gesunheitstipps, Klatsch und Tratsch eigentlich uninteressant

Lieblingsbuch: keines

Lieblingsfilm: auch keiner

Lieblingszitat: „Mädchen die pfeiffen und Hennen die krähen, denen sollte man am besten den Kragen umdrehen.“ (Quelle: d`Nochbarin)

Das war nur Spaß…dieses mir noch bekannte Zitat habe ich ausgesucht. Mutti hält es für nicht zeitgemäß. Ihre Mädchen (5 Stk.) dürfen so viel pfeiffen (und krähen) wie sie wollen.

Wirkliches Lieblingszitat gibt es auch keines.

Meine Interviewfragen an Mutti

  1. Welche Ernährungsformen kennen Sie?
  2. Ernähren Sie sich eher vegan/vegetarisch oder regional/saisonal?
  3. Achten Sie auf Ihre Gesundheit (Skala 1 bis 6, 1 = wenig, 6=sehr)? Warum? Inwievern? Worauf achten Sie?
  4. Müssen Sie gesundheitsbedingt auf Ihre Ernährung achten?
  5. Woran denken Sie, wenn Sie vegan/vegetarisch und regional/saisonal hören?
  6. Was wissen Sie über diese Ernährungsformen?
  7. Was wissen Sie über die Hintergründe und Gründe für die Entscheidung zu diesen Ernährungsformen?
  8. Welche gesundheitlichen Vorteile hat welche Ernährungsform?
  9. Welche Nachteile?
  10. Was halten Sie von vegan/vegetarisch und regionalem/saisonalem Essen? Was verbinden Sie damit und Warum?
  11. Für wie gesund halten Sie welche Ernährungsform (Skala 1=nicht gesund, bis 6=sehr gesund)
  12. Was bedeutet für dich „Nachhaltigkeit“ und inwiefern hängt dies für dich mit deiner Ernährungsweise zusammen?
  13. Was wissen Sie über bzgl. Klimawandel?
  14. Wussten Sie, dass die Landwirtschaft für 1/3 der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist?
  15. Was bedeutet „Nachhaltigkeit“ für Sie?
  16. Welche Ernährungsform würden Sie mir empfehlen?
  17. Welche Tipps geben Sie mir zu meinen zwei Lebensfragen – bzgl. Ernährung und Mode?
  18. Haben Sie irgendwelche Produktempfehlungen / Gerichtempfehlungen / Rezepte bzw. ein Lieblingsrezept für mich?

Muttis Standpunkte zu gesunder Ernährung und Nachhaltigkeit

Mutti kennt zufällig genau die vielfältigen Ernährungsformen, welche Gegenstand meiner Untersuchung sind: vegan (keine tierischen Produkte), vegetarisch (kein Fleisch), und regionale/saisonale Hausmannskost. Na da sind wir uns schon mal einig.

Bzgl. der eignen Ernährungweise entschied sich Mutti nach reiflicher Überlegung für regionale und saisonale Hausmannkost.

Rindsbraten von Mutti

Ihre Ernährungform hält sie für mäßig gesund (3 auf der Skala). Außerdem übertrieb sie es immer sehr mit der harten Arbeit – das hält sie auch für ungesund. Heute genießt sie Bewegungstherapie, Physio, Massagen mit Strom usw. sehr. Sie hält es für bedeutsam einfach frisch zu kochen was man selbst am Feld oder im Garten vorfindet und/oder zu Hause hat. Sie setzt sich dafür nicht extra ans Steuer. Wow, wie toll für den ökologischen Fußabdruck!

Warum man sich für eine vegane oder vegetarische Ernährung entscheidet, weiß sie nicht so genau. Sie denkt es hängt mit dem Klimawandel, der Umwelt, der Massentierhaltung usw. zusammen. Sie ist auch der Überzeugung jeder hat dafür seine persönlichen Gründe und es ist eines Jeden freie Entscheidung wie er*sie leben und essen möchte. Dabei ist aber darauf zu achten ob der Körper bei körperlicher Arbeit ev. anderes benötigt als bei geistigen Tätigkeiten bzw. Büroarbeit. Auf jeden Fall gilt es sich zu informieren und aufzuklären.

Ja, sogar vom Einfluss der Landwirtschaft (Methan, Ammoniak) auf die weltweiten Emissionen hat sie gehört. Das hält sie aber für nicht richtig, also Fake News sozusagen. Die Schiffe, Autos, Flugzeuge, Verkehr, Waldbrände, der weltweite Tourismus etc. werden da ja wohl mehr damit zu tun haben. Die schädlichen Gase haben ihnen ja auch nicht geschadet. Kinder von Schwangeren, welche sich im Stall aufhalten, weisen zudem weniger Allergien auf. Außerdem benötigt man die Viehwirtschaft auch zur Kultur- und vor allem Landschaftpflege.

Nachhaltigkeit verbindet Mutti vorwiegend auch mit der Abfallwirtschaft. Lebensmittel gehören stehts verwertet, auch die Abfälle. Sei es eben zur Tierfütterung oder Kompostierung und dessen Verwendung. Außerdem fressen Hennen und Schweine ja praktisch alles. Die Behauptung mit den Hennen kann ich übrigens widerlegen. Für meine Prüfung zur Restaurantfachfrau musste ich ein „Orangen-Spargel-Sülzchen“ üben. Weder ich, Mutti, unsere Männer und auch nicht unsere Hennen wollten das essen…

Früher war ja auch der Konsum ganz anders. Die Leute hatten kein Geld, um so viele Dinge zu kaufen. Es wurde gut überlegt, wie mit vorhandenen Ressourcen nachhaltig zu wirtschaften sei. Komisch, haben wir also heute viel mehr Ressourcen als damals?

Fazit und Empfehlung von Mutti

Naja bezüglich meiner zwei Lebensfragen empfiehlt mir Mutti eine vegetarische Ernährung, keine Fertigprodukte mit vielen Konservierungsmitteln und einen modebewussten Kleidungsstil.

Muttis Rezepte

Rezept von Mutti – Waldviertler Erdäfelknödel (überliefert)

Zutaten:

70-80 dag gekochte, gepresste Erdäpfel

5 Stk. rohe Erdäpfel

1 kleiner Esslöffel Salz

1 Hand voll Grieß

3 Hand voll Universalmehl

Zubereitung:

Die rohen Erdäpfel reiben, in Erdäpfeltuch in Schüssel pressen, auspressen und mit den gekochten, gepressten Erdäpfeln und restl. Zutaten vermischen.

Dann alles schnell verkneten (zügig sonst wird da Teig „pickad“), eine Rolle formen, stickln, zu Knödln formen, in glattem Mehl wälzen und in Salzwasser mit kleinem Schuss Essig kochen bis sie schwimmen; ziehen lassen; fertig.

Musikempfehlung an Mutti

Bzgl. meiner Lebensfragen wollte ich das Ganze noch mit meiner musikalischen Umrahmung beschließen und mein derzeitiges Lieblingslied zum besten geben. Hat ihr leider nicht gefallen

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Mein Folge-Interview an der FH Wieselburg war – mangels Vorbereitung/Fokus und Zeitressourcen – noch nicht ganz so ertragreich wie in meiner Vorstellung. Jedoch gab mir mein ehemaliger Studiengangsleiter DI Dr. Gernot Zweytick den Tipp, dass ich gar nicht in konventionelle und BIO Landwirtschaft unterscheide. Stimmt eigentlich…

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